Frauen und Europäische
Fundraising
Aus: Branderhorst, Petra,
WISE-Handbuch über Fundraising: Frauenforschung und die Europäische
Union
WISE, 1997
Wie Frau sich allgemeine Informationen über die Europäische Union verschaffen
kann.
Einführung
Frau kann nicht früh genug damit anfangen, sich über die diversen
Aspekte der finanziellen Unterstützung durch die EG zu informieren, und
ich habe mein Bestes getan, soviel Information zu sammeln, dass Euch damit ein
guter Start gegeben ist. Das bedeutet aber nicht, dass damit das Thema erschöpft
ist. Ihr werdet aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe Eurer Untersuchungen
dazu noch etliche weitere Quellen entdecken. Und wenn Euch diese zugegebenerweise
'trockene' Liste etwas unverdaulich erscheint, bleibt Euch selbstverständlich
noch die Alternative, Eure Aufmerksamkeit zuerst noch den folgenden Kapiteln
über die Geschichte und die Arbeitsmethoden der Europäischen Union
zuzuwenden. Dann, wenn Ihr geistig darauf vorbereitet seid, könnt Ihr auf
diese Informationen zurückkommen.
Dieses Kapitel beinhaltet also Folgendes: Der Absatz 1 gibt zentrale Adressen
an, von denen Ihr Euch allgemeine Information zur Europäischen Union und
deren Institutionen verschaffen kannst. Im Absatz 2 könnt Ihr mehrere Internet-Adressen
vorfinden, die es lohnt abzusuchen. Der Absatz 3 führt offizielle Veröffentlichungen
der EU und zwei Zeitschriften an. Im Absatz 4 werden vier Direktorate-General
(DGs) in grösserem Detail beschrieben. Im Absatz 5 werden die zehn WISE
Anleitungen zur Bewerbung angeführt, die der 'Bibel' Bidwells Hilfe aus
Brüssel entnommen sind. Schliesslich gibt der Absatz 6 Aufschluss über
acht Netzwerke und Organisationen, die auf verschiedener Art und Weise mit Frauen
und der Europäischen Union zu tun haben.
1. Zentraldressen
Jedes Direktorat-General der Europäischen Kommission befindet sich unter
dieser einen zentralen Adresse:
Europäische Kommission
Adresse: Rue de la Loi 200/Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien.
tel. 32-2-299 1111
Informationsstelle: tel. 32-2-295 5862
Fax: 32-2-296 5967
Nationale Büros der EG
Jeder Mitgliedsstaat hat ein eigenes EG-Büro, an das Ihr Euch bei der Suche
nach Information wenden dürft. Ich gebe hier eine Adressliste für
15 EG-Büros an, die ich dem Interinstitutionellen Adressbuch der Europäischen
Union in der Ausgabe vom März 1995 entnommen habe:
[Adressen folgen in der Originalsprache]
Europäische Ämter in Universitäten
Jede Universität hat ein internationales Amt, das Informationen über
Progamme der EG einem breiteren Publikum zugänglich macht. Viele Universitäten
bieten ihren ForscherInnen eigene Informationsseminare, nachdem ein neues Programm
für Forschungsunterstützung ausgeschrieben worden ist. Die in Ihrem
Fachbereich oder im zentralen Universitätsbüro für internationale
Angelegenheiten zuständige Person kann Ihnen damit helfen, unter den haufenweise
dargebotenen EG-Informationspapiere die herauszusortieren, die interessente
Fragen in Ihrem Bereich der Frauenforschung beinhalten. In vielen Fällen
werden zusätzlich noch Rundbriefe mit aktuellen Informationen monatlich
herausgegeben.
Nationale nach Fach organiserte Dachverbände für die Forschung
Der nationale Dachverband für Forschung in Ihrem Fach veröffentlicht
Rundbriefe oder Zeitschriften, die Berichte über die neuesten Entwicklungen
in Sachen Forschungsstipendien und EG-Programme enhalten.
Europäische Dokumentationszentren
Jedes Land verfügt über ein Europäisches Dokumentationszentrum,
wo frau die offiziellen Veröffentlichungen und die Gesetzgebung der EU
nachlesen kann. Diese Dokumentationszentren befinden sich innerhalb von Universitätsbibliotheken,
wo sie auf bestimmte Fachrichtungen spezialisierte Abteilungen bilden. Es ist
möglich, dass solche Dokumentationszentren in den neueren Mitgliedsstaaten
noch in der Anfangsphase stecken.
Info-Stellen Europa
Eine Anzahl öffentlicher Bibliotheken haben Informationsstellen, die sich
auf europäische Fragen spezialisieren. Sie enthalten dokumentarische Quellen
über europäische Gesetztgebung, Statistiken, Broschüren. Diese
Stellen bieten auch Zugang zu den wichtigsten Datenbanken in Europa. Möglicherweise
werden diese Info-stellen in neueren Mitgliedsstaaten zur Zeit erst noch aufgebaut.
2. Elektronische Information
EURO-KARTE für FRAUEN
Adresse: http://women-www.uia.ac.be/women/
Diese Website, die von Magda Michielsens an der Universität Antwerpen aufgestellt
worden ist, war die erste Netzstelle, die europaweit Informationen zur Frauenforschung
anbot.
Selbstverständlich gibt es auch im Internet allgemeine Informationen über
die EU . Probieren Sie es doch bei folgenden Websites:
EUROPA. Adresse: http://europa.eu.int
Der Verteiler EUROPA, der im Jahr 1995 vom DG X etabliert wurde, enthält
aktuelle Informationen zu allen Aspekten der europäischen Integration.
Darüber hat frau Zugriff auf:
• Informationen über die EU, Statistiken und Hyperverbindungen zu
anderen Informationsquellen
• NACHRICHTEN: offizielle Pressemitteilungen von den Institutionen der
EU, Kundgebungen zur Tagespolitik, zu Veranstaltungen der EU und zur EU-Politik
• Institutionen der EU über eine interinstitutionelle Auskunftsstelle
der EU
Um an diese Informationen heranzukommen, wie auch um Kommentare abzugeben, sollte
frau die e-mail Adresse der EG betätigen: Europa@di.cec.be
CORDIS.
Adresse: http://www.cordis.lu
CORDIS (Das EU-Informationsservice zu Forschung und Ausbildung) ist vom DG XIII
(Telekommunikation, Informationsmarkt und Forschungsauswertung) initiiert worden.
Bei dieser Website findet frau Informationen darüber, auf welchem Wege
es sich verwirklichen liesse, dass sie an EU-Projekten im Bereich der Naturwissenschaften
und der Technik teilnähme oder mitarbeite. CORDIS bietet auch on-line Datenbanken
und Veröffentlichungen an (die auch als CD-ROM erhältlich sind).
ICH BIN EUROPA.
Adresse: http://www.echo.lu
Dieser Verteiler, der vom DG XIII gehandhabt wird, stellt detaillierte Informationen
über den europäischen Informationsmarkt zur Verfügung. Frau wird
dort den vollständigen Text wichtiger Dokumente über die Informationsgesellschaft
wie auch genaue Informationen über die Forschung, die von der EU gefördert
wird, und neueste Entwicklungen in der Telematik vorfinden. Darüber hinaus
hat frau darüber Zugang zu ECHO (die Heimorganisation der Europäischen
Kommission), die thematisch organisierte Datenbanken anbietet.
EUR-OP NACHRICHTEN.
Adresse: http://www.cec.lu
Um an die EU-Veröffentlichungen heranzukommen, die im Internet vorzufinden
sind, sollte frau diese Netzstelle benutzen und 'Veröffentlichungen' anpeilen.
3. Offizielle Dokumentationen und Veröffentlichungen
Alle Veröffentlichungen der Europäischen Union werden von dem Büro
für offizielle Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft
herausgegeben:
Adresse: L-2985, 5 Luxemburg
Fax 35-2-240 4540
Eine wichtige Quelle für Informationen über die Gesetzbegung und die
Aktivitäten der EG ist die Offizielle Zeitschrift (OJ), die in allen offiziellen
Sprachen der Gemeinschaft täglich veröffentlicht wird. Jede Sprache
lässt sich durch einen ihr eigenen Farbstreifen am Einband der Zeitschrift
erkennen. Es gibt drei Reihen: Reihe L, Reihe C und Reihe S. Eine vierte Sonderreihe
sind die Beilagen zu parlamentarischen Debatten, OJ-Beilagen.
Reihe L (Gesetzbgebung)
Diese Reihe enthält den massgeblichen Wortlaut der EU-Gesetzgebung. Hier
findet frau den amtlich verabschiedeten Wortlaut der Gründungsabmachungen
mitsamt Abänderungen, Bestimmungen der EG und weitere verpflichtende Beschlüsse
wie beispielsweise Anweisungen und Erlässe der EG.
Reihe C (Informationen und Mitteilungen)
Diese Reihe hat die Funktion einer offiziellen Bekanntmachung und beinhaltet
u.a.m. das Protokoll der Plenarsitzungen und die Beschlüsse des Europa-Parlaments,
schriftlich mitgeteilte Fragen von Abgeordneten des Europa-Parlaments und die
Erwiderungen darauf, die Gesetzgebungsvorlagen der Europäischen Kommission,
die Angebotsausschreibungen (Forschungsanträge) und die erfolgreichen Anträge,
sowie auch Stellenangebote innerhalb der Geminschaftsinstitutionen.
Reihe S (Beiheft)
Wichtige Tagesinformationen für die Geschäftswelt, wie etwa Angaben
über öffentliche Dienste und Verträge für die öffentliche
Versorgung, die im Konkurrenzangebot ausgeschrieben werden.
OJ Beilagen (Debatten im Europa-Parlament)
Diese Beilagen enthalten im vollständigen Wortlaut die Debatten, die in
den Plenarsitzungen des Europa-Parlaments stattgefunden haben.
Einige Zeitschriften der DGs
Unter den vielen Zeitschriften zu verschiedenen Themenbereichen, die vom betreffenden
DG behandelt werden, habe ich zwei Zeitschriften herausgegriffen, die für
FrauenforscherInnen von besonderem Interesse sind:
Frauen in Europa - Informationen und Dossier über die Frauen Europas -
beide Zeitschriften werden in allen offiziellen Sprachen der EU veröffentlicht.
Herausgeberin: Véronique Houdart-Blazy, Frauen-Informationsdienst des
DG X,
Europäische Kommission
Adresse: Trierstraat 120, B-1049 Brüssel
tel. 32-2-299 9124
fax 32-2-299 3891
(für weitere Angaben siehe 4.2. DG X)
RTD Info, eine Zeitschrift, die auf französisch, deutsch und englisch veröffentlicht
wird
Herausgeber: DG XII: Wissenschaft, Forschung und Ausbildung
Um diese Vierteljahresschrift kostenlos zu beziehen, schicken Sie Ihren Namen,
Ihre Adresse und nennen Sie ihre Wahlsprache per fax an:
DG XCII Kommunikationsbüro
Fax 32-2-295 8220
email: michel.claessens@dg12.cec.be
4. Vier Hauptdirektorate
4.1 Das Hauptdirektorat V:
Arbeit, Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, Sozialfragen
Adresse: Rue de la Loi 200/ Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-299 1111
Abteilung V/D/5
Chancengleichheit für Frauen und Männer in der Europäischen Kommission
Abteilungsleiterin: Soledad Blanco
Europäische Koordination: Els van Winckel
Adresse: Rue de las Loi 200/Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-295 2093
fax 32-2-296 3562
Organisatorische Struktur
Das Direktorat-General umfasst sechs Direktorate; unter der Bezeichnung A-F
hat jedes davon eigene Unterabteilungen.
Direktorat A: Arbeitsbeschaffung und Arbeitsmarkt
Direktorat B: Europäischer Sozialfonds - Ausarbeitung und Auswertung der
Sozialpolitik
Direktorat C: Europäischer Sozialfonds - Einsatz
Direktorat D: Sozialdialog und Bewegungsfreiheit für ArbeitnehmerInnen
Direktorat E: Sozialpolitik und Aktion
Direktorat F: Öffentliches Gesundheitswesen und Arbeitsschutzmassnahmen
Die Abteilung von DG V, die als Unterabteilung des Direktorats D: Sozialdialog
und Bewegungsfreiheit für ArbeitnehmerInnen für Chancengleichheit
zuständig ist (AbteilungV/D/5), koordiniert die Verwirklichung des Vierten
Aktionsprogramms für die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern
(1996-2000).
Ein Komitee für die Verwirklichung des Vierten Aktionsprogramms ist etabliert
worden, das VertreterInnen von jedem Mitgliedsstaat inklusiv Norwegen und Island
zusammenbringt. Die Mitglieder des Komitees, die oft RegierungsbeamtInnen sind,
gelten als wichtige Informationsquellen, denn sie besitzen oft Hintergrundsinformationen
über die Stipendienprogramme. Inwiefern diese Ausschussmitglieder zugänglich
sind, hängt selbstverständlich davon ab, wie das jeweilige nationale
Ministerium funktioniert. Ich will damit sagen, dass es in der Art, wie Ministerien
ihren MitbürgerInnen Informationen vermitteln, beträchtliche national
divergierende Unterschiede gibt.
Aufzeichnung der Mitglieder vom Komitee für die Verwirklichung
des Vierten Aktionsprogamms
Österreich (Austria)
Frau Mag. Hermine Sperr, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Abteilung
Europäische Integration, Stubenring 1, A-1012, Wien
Belgien
Frau Rien van Meensel, Kabinet van Tewerkstelling & Arbeid,
Gelijke Kansenbeleid, Belliardstraat 51, B-1040, Brüssel
Dänemark
Frau Inga Galamba, Sekretariatsleiterin, Dänischer Rat für Chancengleichheit
Tordenskjolsgade 27, Postboks 1519, DK-1020 Kopenhagen K
Finland
Frau Leila Räsänen, Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialpolitik
Postfach 267, FIN-00171 Helsinki
Frankreich
Mme. Claudine Brocard, Ministerium für Arbeits- und Sozialpolitik
Service für Frauenrechte, Rue le Peletier 31, F-75009 Paris
Deutschland
Herr Andreas Kirner, Bundesministerium für Famile, Senioren, Frauen und
Jugend
Referat internationale Frauenpolitik, Rochusstrasse 8-10, D-53123 Bonn
Griechenland
Der Generalsekretär, Sekretariat General für Gleichberechtigung
Pl. Kaniggos 20, GR-10181 Athen
Island
Ds Drifa Hronn Kristjansdottir, Amt für Chancengleichheit
Posthusstraeti 13, IS-101 Reykjavik
Irland
Herr Dominic Kelly, Abteilung für Gleichberechtigung und Justizreform
Dun Aimhirgin, 43/49 Mespil Road, IRL-Dublin 4
Italien
Amt des Ministeriums für Chancengleichheit
via del Giardino Theodoli 66, I-00187 Rom
Luxemburg
Frau Maddy Mulheims, Ministerium für Frauenförderung
Boulevard Prince Henri 33, L-2921 Luxemburg
Niederlanden
Frau Dr. Anne Offermans, Ministerium für Sozial- und Arbeitspolitik
SZW/DCE, Postbus 90801, NL-2509 Den Haag
Norwegen
Frau Wenche L. Kverneland, Ministerium für Kinder und Familienangelegenheiten
Postfach 8036 Dep., NO-0030 Oslo
Portugal
Frau Dr. Ligia Amancio, Vorsitzende der Kommission für Gleichberechtigung
und Frauenrechte, av. da Republica 32-1, P-1093 Lisboa Codex
Spanien
Frau Concepcion Dancousa Trevino, Directora General, Ministerium für Arbeits-
und Sozialpolitik, Institut für Frauen, Almagro 36, E-28010 Madrid
Schweden
Frau Mona Danielson, Assistant Under-Secretary, Ministerium für Sozialpolitik
und Gesundheitswesen, Jacobsgatan 26, S-10333 Stockholm
Grossbritannien (United Kingdom)
Frau Diana Cunliffe, Int. Abteilung für Chancengleichheit, Ministerium
für Arbeitspolitik und Bildungswesen, Level 4, Caxton House, Tothill Street,
UK-London SW1H 9NF
4.2 Das Hauptdirektorat X:
Information, Kommunikation, Kultur und audiovisuelle Medien
Adresse: Rue de la Loi 200/Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-299 1111
Informationsdienst für Frauen
Abteilung X/A/5 Europäische Kommission
Chefin, Fraueninformationssektor: Véronique Houdart-Blazy
Adresse: Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-299 9124/299 9416
Fax: 32-2-299 3891
Besucheradresse: Trierstraat 120, B-1040 Brüssel, Belgien
Organisatorische Struktur
Das Direktorat umfasst vier Direktorate A-D, die jeweils in verschiedene Abteilungen
unterteilt sind.
Direktorat A: Informationen und Kommunikationsstrategie
Direktorat B: Kommunikationsmedien
Direktorat C: Institutionelle Belange
Direktorat D: Kultur und audiovisuelle Politik
Der Fraueninformationsdienst wird unter dem Direktorat A, innerhalb der Abteilung
Allgemeine Öffentlichkeit angeführt. Er hat den Zweck, die Netzwerke
der Frauenorganisationen über europäische Politik und europaweite
Aktivitäten unter frauenspezifischem Aspekt zu informieren. Eine Sondernummer
der Dossiers über die Frauen Europas wird alle drei Monate von Véronique
Houdart veröffentlicht. Als Beispiel gilt die letzte Nummer für das
Jahr 1996, Die Informationsgesellschaft ... auch eine Frage, die Frauen betrifft,
die die Gefahren und die Chancen bespricht, die die Informatik für Frauen
darstellt. Die Monatsschrift Frauen in Europa - Info gibt Auskunft über
die Politik der Union in Fragen der Chancengleichheit, der gleichen Behandlung
von Frauen und Männern und anderer für Frauen relevante Fragen.
Das Direktorat D behandelt Fragen der Kultur und der audiovisuellen Medien.
Es koordiniert etliche Stipendienprogramme, die das Ziel haben, das Kulturerbe
zu bewahren und Kenntnis der europäischen Kultur zu verbreiten. Kaleidoskop
(1996-1998) und Raphael und Ariane (1996-2000) richten sich auf die darstellenden
Künste und insbesondere auf grossangelegte kulturelle Veranstaltungen.
Forschungsangelegenheiten kommen bei Kaleidoskop nicht vor. Die zwei übrigen
Programme, Raphael/Ariane hätten schon im Jahr 1996 durchgeführt werden
müssen. Doch hat es sich trotz mehrfach wiederholter Bemühungen als
unmöglich erwiesen, vom DG X diesbezügliche Informationen einzuholen.
4.3 Das Hauptdirektorat XII:
Wissenschaft, Forschung und Ausbildung
Adresse: Rue de la Loi/ Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-299 1111
Internet: http://europa.eu.int/comm/dg12/
Informations- und Kommunikationsdienst
Abteilungschef: Otto von Schwerin
tel. 32-2-295 6997
Fax: 32-2-295 8220
email: info.dg12@mhsg.cec.be
Das DG XII vereint alle Forschungsprogramme der EU unter einen Hut als Viertes
Rahmenprogramm. Die einzelnen Programme des Rahmens werden üblicherweise
als RTD-Programme beschrieben, mit anderen Worten als Programme für Forschung,
Technik und Ausbildung. Weiterhin koordiniert das DG XII die Forschungsprogramme,
die die EU gemeinsam mit Nicht-Mitgliedsstaaten und mit internationalen Organisationen
unternimmt, beispielsweise mit Zentral- und Osteuropa, mit nichteuropäischen
Industrieländern und mit Entwicklungsländern.
Die Informations- und Kommunikationsabteilung vom DG XII gibt regelmässig
Rundbriefe und Broschüren zu Themen heraus, die die Forschungs-, Technik-
und Ausbildungsprogramme der EU betreffen. Jedes Teilprogramm, das dem Vierten
Rahmenprogramm innewohnt, wird in einem beziehbaren Informationspaket kurz dargestellt.
Als Beispiel gilt das Programm zur Ausbildung und Mobilisierung von ForscherInnen
(TMR) als eine von vier Schwerpunkten des Vierten Rahmenprogramms. Das Informationspaket
Marie Curie Forschungs- und Ausbildungsstipendien (1996), das vom DG XII verschickt
wird, bietet detaillierte Informationen über Aufrufdaten und Einreichtermine
für Bewerbungen, Art der verschiedenen Stipendien, Teilnahmekriterien,
Bewerbungsformulare, Kriterien für die Einreichung und Auswertung bzw.
die Auswahl von Bewerbungen. Weitere, allgemeine Informationen zu den Aufrufterminen
und zu dem neuesten Stand des Erreichten in den Forschungsprogrammen kann frau
in der Vierteljahresschrift RTD Info. Nachrichten über Forschungsprogramme
und Programme der technischen Ausbildung in der EG finden, die vom DG XII veröffentlicht
wird.
Im Jahre 1992 veröffentlichte das DG XII Forschungsförderung in der
EG. 3. vollkommen neu bearbeitete Ausgabe. Eine Anleitung für BewerberInnen.
Zweck dieses sehr gut angekommenen Textes ist es, über das Dritte Rahmenprogramm
'anschaulich einen Überblick über die mit der Information, Beratung,
Einreichung und Finanzierung von Bewerbungen verbundenen Problemen zu liefern;
sowie den Progamminhalt und deren Verfahrensweisen kurz und schematisch darzustellen;
auch praktische Hinweise für InteressentInnen zu geben, die von der Suche
nach MitarbeiterInnen bis zur Abfertigung eines potentiell erfolgreichen Projektantrags
reichen'. (dem Vorwort der Forschungsförderung in der EG entnommen).
Es gibt eine ganze Reihe Veröffentlichungen über die Handhabung von
Anträgen und den Prozess der Beschlussfassung. Ein Handbuch, das BewerberInnen
Schritt für Schritt EG-Verfahrensweisen erklärt, wurde im Jahre 1994
mit dem Zweck veröffentlicht, dass deren Konsequenz und Transparenz für
ForscherInnen klarer gemacht werden könnte. Dieses Handbuch heisst Von
der EG subventionierte Forschung und technische Ausbildung. Eine Einsicht in
die Handhabung von Projektanträgen; eine Einführung in Vertragsverhandlungen.
Die Informations- und Kommunikationsabteilung vom DG XII ist sehr mitteilungsfreundlich
und zugänglich. Bestellte Veröffentlichungen oder abonnierte Schriften
werden unverzüglich verschickt.
Nationale RTD Info Stellen
Jeder Mitgliedsstaat hat im Auftrag der Kommission einen nationalen Anlaufpunkt
eingerichtet - der offiziell als Innovationsübertragungszentrum bezeichnet
wird - mit der Absicht, jedes Land zureichend über die Rahmenprogramme
informieren zu lassen. Die Adresse der betreffenden Info-Stelle können
Sie in den EG-Anleitungen zum Vierten Rahmen nachschlagen oder am Auswärtigen
Amt Ihrer Universität vorfinden. Die von diesen Stellen angebotenen Dienstleistungen
beeindrucken auf den ersten Blick, doch ist bald ersichtlich, dass sie sich
auf grossangelegte technische Forschungsunternehmen und Projekte beschränken.
Momentan lässt sich von diesen Stellen für nicht-technische Forschungsbereiche
und -themen nicht viel herausholen, doch bieten sie über wissenschaftliche,
technische und Ausbildungssprogramme die allerneuesten Informationen. In Anbetracht
der Tatsache jedoch, dass im Fünften Rahmenprogramm der Frauenforschung
möglicherweise in Zukunft eine Rolle zugewiesen wird, wäre es sinnvoll,
sich über die Entwicklungen auf diesem Gebiet auf den neuesten Stand zu
bringen.
4.4 Das Hauptdirektorat XXII:
Bildung, Berufsausbildung, Jugend
Adresse: Rue de la Loi 200/Wetstraat 200, B-1049 Brüssel, Belgien
tel. 32-2-299 1111
Internet: http://europa.eu.int/en/comm/dg22/socrates.html
SOKRATES UND JUGEND Amt für technische Hilfe
Adresse: Rue Montoyer 70, B-1000 Brüssel
tel. 32-2-233 0111
Fax 32-2-233 0150
Organisatorische Struktur
Dieses DG ist in zwei Direktorate unterteilt:
Direktorat A: Zusammenarbeit in den Bereichen von Bildung und Jugend
Direktorat B: Zusammenarbeit in der Berufsausbildung
Sokrates, das Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft, das für
Zusammenarbeit im Bereich des Bildungswesens sorgt und das bis zum Jahre 2000
läuft, wird vom DG XXII koordiniert. Ein umfassendes Handbuch unter dem
Titel Sokrates, Anleitung für BewerberInnen 1997, das im Juli 1996 erschien,
lässt sich über das oben angeführte SOKRATES UND JUGEND Amt für
technische Hilfe beziehen. Das Handbuch bietet praktische Informationen für
alle SOKRATES-BewerberInnen und beschreibt die von SOKRATES unternommenen Aktivitäten
wie auch andere Quellen der finanziellen Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft.
5. WISE Bewerbungsanleitungen
Einführung
Das Handbuch von Bidwell, Hilfe aus Brüssel, das PACE-Handbuch mit Hinweisen
auf finanzielle Unterstützung durch die EG und andere Unterstützungsquellen
1994 gibt eine Menge weisen Rats zum Thema Bewerbungen, besonders im 11. Kapitel
unter dem Titel 'Allgemeine Bewerbungsanleitung'. Ich habe mir erlaubt, mich
für diesen Absatz auf die 'Bibel' von Bidwell zu stützen.
Informationspakete für die Mehrzahl der laufenden Programme können
von den Ämtern bezogen werden, deren Adressen in der Offiziellen Zeitschrift
angegeben werden, wo die Programme auch ausgeschrieben werden. Der Umfang und
die Qualität von jedem einzelnen Informationsbündel ist von Programm
zu Progamm und manchmal sogar unter den Ausrufen innerhalb eines Programmes
unterschiedlich. Einige geben ausführliche und detaillierte Informationen,
andere sind so allgemein verfasst - besonders was die Aufrufe für Forschungsstudien
angeht - dass gar nicht davon abzulesen ist, wonach eigentlich gesucht wird.
Charakteristisch für die EG als Institution ist es allerdings, dass ihre
BeamtInnen dazu bereit sind, sich Vorschläge von aussenstehenden ExpertInnen
anzuhören.
Zehn Anweisungen von WISE
1. Einige Programme akzeptieren und bearbeiten das ganze Jahr
hindurch Bewerbungen, wohingegen andere zu unregelmässigen Zeitabständen
Wettbewerbe mit sehr knapp bemessenen Einreichterminen ausschreiben. Deshalb
ist es unbedingt erforderlich, dass frau die Veröffentlichungen ständig
im Auge behält, in denen Informationen über die sie interessierenden
Programme erscheinen.
2. Die Termine, ob für die Einreichung von Bewerbungen
oder für weitere Etappen des Auswertungsprozesses, sind absolut unabänderlich.
Wenn frau einmal einen Termin verpasst, auch wenn dieses Versäumnis direkt
durch die Kommission verschuldet wird, indem sie mit Verzögerung die schon
eingereichte Dokumentation geprüft oder weitere von ihr geforderten Informationen
verschickt hat, führt es ungeachtet dessen automatisch dazu, dass die Bewerbung
ausrangiert wird.
3. Die bei der Kommission Angestellten sind grösstenteils
sehr ansprechbar und bemühen sich darum, dass die verschiedenen Programme
gut funktionieren. Scheuen Sie sich nicht, weitere Informationen zu verlangen.
Doch dürfen Sie nicht damit rechnen, dass das angeforderte Material innerhalb
der von Ihnen dafür vorgesehenen Zeitspanne auch ankommt. Im Gegensatz
zu der weitverbreiteten Vorstellung darüber ist die Kommission mit sehr
wenig Personal besetzt und deshalb öfters auch beim besten Willen einfach
nicht in der Lage, hilfsbereit zu sein.
4. Achten Sie darauf, dass die Bewerbung alle erforderlichen
Bedingungen erfüllt. Es wäre zum Beispiel reiner Zeitverlust, wenn
Sie im Namen einer einzigen Gruppe in einem einzigen Mitgliedsstaat eine Bewerbung
einreichen würden, wenn das Programm die Mitarbeit mit sozialen PartnerInnen
erfordert. Es ist ratsam, frühzeitig mit potentiellen PartnerInnen Besprechungen
anzufangen, lange bevor Sie eine etwaige Beteiligung an EG-Programmen in Erwägung
ziehen, die eine Mitarbeit mit mehreren Mitgliedstaaten erfordern.
5. Achten Sie darauf, dass Ihre Bewerbung alle geforderten
Informationen beinhaltet. Die BeamtInnen, die die Berge von Bewerbungen prüfen,
die für die Mehrzahl der Programme erhalten werden, haben keine Zeit dazu,
sich mit den BewerberInnen in Kontakt zu setzen, bei deren Bewerbungen ersuchte
Informationen fehlen; dieser Hinweis gilt auch für wesentliche, grundlegende
Details, wie etwa die Zahl der Exemplare, die angefordert worden sind. Darüber
hinaus ist es ratsam, mindestens ein übriges Exemplar mitzuschicken für
den Fall, dass sich etwa eine weitere BeamtIn dafür interessiert, die Bewerbung
durchzusehen, oder für den Fall, dass Exemplare verlorengehen.
6. Bei den meisten Programmen werden die dafür zuständigen
BeamtInnen mit Bewerbungen überhäuft, von denen die Mehrzahl die erforderlichen
Bedingungen erfüllen. Es ist daher ratsam, dass BewerberInnen über
die klare und attraktive Darlegung der Dokumentation hinaus eine Methode erfinden,
wodurch sich ihr Antrag gegenüber den anderen auszeichnet.
7. Lesen Sie sorgfältig alle Vorschriften, Weisungen und
Beschlüsse, durch die das betreffende Programm gestiftet wurde und geregelt
wird. Diese werden die Programmstiftung auf detaillierte Weise begründen
und können Ihnen deshalb bei der Vorauskalkulierung der Kriterien sehr
nützen, die bei der Auswertung von Bewerbungen angewandt werden. Diese
Kriterien lassen sich nicht immer aus der dargebotenen Dokumentation klar ersehen,
und es kann die Erfolgschancen einer BewerberIn erhöhen, wenn sie beweisen
kann, dass ihr Vorhaben die Programmziele auf eine Art fördert, die über
das im Informationspaket ausdrücklich Verlangte hinausgeht.
8. Denken Sie daran, dass Stipendienanträge im Rahmen
allgemeiner EG-Politik geprüft und eingeschätzt werden. Das bedeutet,
dass BewerberInnen sich grundlegende Kenntnisse der EG-Politik im breiteren
Kontext aneignen sollten und sich versichern sollten, dass ihr Antrag nicht
nur den engeren Forderungen des jeweiligen Programms, sondern diesem breiteren
Kontext der EG-Politik, besonders in Fragen der Umwelt, des Wettbewerbs, des
Verbraucherschutzes, kultureller Angelegenheiten und der Sozialpolitik, wo es
angebracht ist, entspricht, auch wenn diese Angelegenheiten in der gelieferten
Dokumentation nicht ausdrücklich erwähnt werden. Wenn es gelingt,
innerhalb des Antrags nachzuweisen, dass das Vorhaben diese Grundsätze
fordert, dann wäre das von grossem Vorteil in dem Anliegen, den eigenen
Antrag hervorstechen zu lassen.
9. Scheuen Sie sich nicht davor zurück, die Hilfe von
ExpertInnen heranzuziehen, besonders wenn Sie bei der Zusammenstellung von solchen
Anträgen selber keine grosse Erfahrung haben. Vergewissern Sie sich jedoch
zuerst, dass eventuelle BeraterInnen, deren Beistand Sie anfordern, in ihrem
eigenen Fach einen angesehenen Ruf geniessen und womöglich im Umgang mit
der Kommission Erfahrung besitzen. Von Vorteil ist es auch, wenn sie den betreffenden
BeamtInnen bekannt sind, und diese zu ihnen Vertrauen haben.
10. Verzweifeln Sie nicht, wenn Sie bis zu dem Datum, das für
die Bekanntgabe von erfolgreichen Anträgen angegeben worden ist, nichts
gehört haben. Die Erfahrung zeigt zum Beispiel, dass eine Ausschreibung,
die Angebote für Untersuchungen innerhalb eines Programms wie etwa des
PHARE-Programms anfordert, die Bekanntgabe der Stipendien für den 1ten
März 1994 angeben wird, für eine Untersuchung, die ein Anfangsdatum
vom 1ten Juni und ein Abschlussdatum vom 31ten Dezember 1994 hat. In Wirklichkeit
ist es unwahrscheinlich, dass erfolgreiche BewerberInnen vor dem Anfang Mai
verständigt werden, und die endgültigen Details des Vertrags werden
wahrscheinlich erst nach dem angegebenen Anfangsdatum vereinbart. Trotzdem muss
die Untersuchung noch bis zum 31. Dezember abgeschlossen werden.
Und behalten Sie im Auge: wenn Sie beim ersten Mal keinen Erfolg haben, versuchen
Sie es ein anderes Mal!
6. Wichtige Organisationen und Netzwerke
Einführung
Eine Reihe wichtiger Netwerke sind auf europäischer Ebene sowohl innerhalb
wie ausserhalb der Europäischen Union aktiv. Die Beeinflussung von Mitgliedern
der EU ist ein Hauptziel der Aktivitäten, die von diesen Interessenverbänden
unternommen werden. Lobbyist sein bedeutet eher politische und strategische
Langzeitplanung als die Mobilisierung von Netzwerken. Ziel ist die Beinflussung
von Programmen, während der Zweck von Netzwerken eher die Suche nach kollegialen
Beziehungen innerhalb des Forschungsbereichs ist, ob mit individuellen WissenschaftlerInnen
oder mit verwandten Organisationen.
In dem Augenblick, wo ein Aufruf nach Forschungsanträgen veröffentlicht
wird und Ihnen rechtzeitig zu Händen gekommen ist, können Ihnen möglicherweise
andere Informationsquellen von Nützen sein. Als solche Quelle mag ein auf
nationaler oder internationaler Ebene schon existierendes Netzwerk dienen.
Folgende Netzwerke werden hier kurz umrissen:
Internationale Frauenforschung Europa (WISE)
Das Europäische Frauenlobby (EWL)
Das MigrantInnenforum (MF)
Frauen in der Technik in der Europäischen Gemeinschaft (WITEC)
Das Zentrum für europäische Frauenforschung (CREW)
Das Europäische Forum linker Feministinnen (ELF)
Der Verband der Frauenforschungsinstitutionen in Europa (AOIFE)
Das Europäische Netzwerk für Frauenforschung
WISE
Adresse: WISE Internationales Sekretariat
Heidelberglaan 2
3584 CS Utrecht
The Netherlands
tel. 31-30-253 1881
fax 31-30-253 1619
email: m.vandersteen@fsw.ruu.nl
WISE, Internationale Frauenforschung Europa, ist der europäische Verband
sowohl für Einzelne wie für Institutionen, die Frauenforschung betreiben.
WISE wurde im Jahr 1990 mit dem Zweck begründet, frauenspezifischen Unterricht,
verwandte Forschung und Veröffentlichungen in allen dazu geeigneten Institutionen
und Organisationen europaweit zu fördern. WISE hat eine ganze Reihe Projekte
entwickelt, die den Zweck haben, die Ziele der Organisation zu verwirklichen.
In desem Vorhaben wird WISE von der Europäischen Kommission, von nationalen
Ministerien und von nationalen Verbänden für Frauenforschung unterstützt.
Der eruopäische Verband ist fest etabliert und hat nationale Kontaktpersonen
in fast jedem europäischen Land. Der Europäische Rat und die UNO erkennen
WISE als nicht-regierungsgebundene Organisation an.
WISE veröffentlicht einen Rundbrief wie auch eine wissenschaftliche Vierteljahresschrift
namens The European Journal of Women's Studies, sammelt und verbreitet Informationen,
berät ihre Mitglieder, organisert Seminare und entwickelt und unterstützt
andere mit Frauenforschung verwandten Initiativen. Die einzelnen Abteilungen
von WISE wie auch ihre themenspezifischen Netzwerke ermöglichen es den
Mitgliedern, den Austausch von Ideen und Personen innerhalb ihres Interessenbereiches
zu organiseren. Beispiele sind etwa die Abteilungen kulturelle Praktiken und
Kommunikation; Frauen, Wissenschaft und Technik; Rassismus; aktueller Feminismus
und seine Strategien; und lesbische Studien, die eine eigene elektronische Liste
namens wild.list führt. Im Jahre 1997 wird WISE eine aktualisierte Ausgabe
des Europäishen Frauenforschungsführers (1993) veröffentlichen,
die Informationen über 19 Länder und europäische Austauschprogramme
beinhaltet. Momentan versucht WISE das geplante Fünfte Rahmenprogramm der
Europäischen Kommission in Sachen Frauenforschung zu beeinflussen. WISE
verfügt über ein gut organisiertes Netzwerk mit 700 Mitgliedern und
Kontaktpersonen in fast jedem europäischen Land.
Europäisches Frauenlobby
Adresse: Generalsekretärin: Barbara Helfferich
22 Rue du Méridien, 1030 Brüssel
tel. 32-2-217 9020
Fax 32-2-219 8451
Das Europäische Frauenlobby (EWL) wurde im Jahr 1990 gegründet und
wird von der EU als NGO (nicht-regierungsgebundene Organisation) offiziell anerkannt.
Es fungiert als Dachorganisation für die Repräsentantinnen von nationalen
und europaweiten nicht-regierungsgebundenen Frauenverbänden. Es erzielt
die Verwirklichung gleicher Rechte und Chancengleichheit für Frauen in
ganz Europa, inklusiv die am meisten marginalisierten Frauen.
Das EWL arbeitet mit einzelnen Frauen und Organisationen zusammen, die das gleiche
Ziel verfolgen, insbesondere mit der Abteilung für Chancengleichheit, und
der Fraueninformationsabteilung der EG wie auch mit diesbezüglichen Komitees
des Europaparlaments wie etwa dem Komitee für Frauenrechte/das Frauenrechtskomitee.
Das EWL hat sein Büro in Brüssel, wo Barbara Helferich als Generalsekretärin
arbeitet. Die Hauptaufgabe dieses Sekretariats besteht darin, Informationen
zur Frage der Chancengleichheit in Europa zu sammeln und diese Informationen
weiterzuleiten. Das EWL hat Referate über Frauen in entscheidungstragenden
Funktionen und zu Gewalt gegen Frauen initiiert und überwacht das Vierte
Aktionsprogramm für Chancengleichheit.
Ein besonderes Anliegen von EWL ist es, die Position von schwarzen Frauen und
MigrantInnen in der Europäischen Union zu verbessern. Zum Zeitpunkt der
Gründung von EWL im Jahre 1990 war keine Organisation von schwarzen Frauen
oder MigrantInnen mit dabei. In Anerkennung dieses Defizits wurde der Entschluss
gefasst, ein Projekt über schwarze Frauen und MigrantInnen in Auftrag zu
geben, das in dem Bericht Confronting the Fortress (Konfrontation mit der Festung)
kulminierte. Dieser Bericht wurde schliesslich im April 1993 nach geräumigem,
durch politisches Gezänk verursachtem Zögern von der Europäischen
Kommission veröffentlicht.
Das Frauenkomitee des MigrantInnenforums
Adresse: 33 Rue de Trèves, B-1040 Brüssel
tel. 32-2-230 1414
Fax 32-2-230 1461
Das MigrantInnenforum repräsentiert eine Initiative von oben nach unten,
die vom Europäischen Parlament initiiert worden ist, insbesondere von der
Abteilung für Bewegungsfreiheit und Einwanderungspolitik vom DG V. Diese
Abteilung beaufsichtigt die Finanzierung vom MigrantInnenforum und hat bei seiner
Gründung eine wichtige Rolle gespielt. In der Anfangsphase gab es keine
Frauen im Exekutivkomitee des Forums. Doch hat es das neu etablierte Frauenkomitee
mit Druck durchsetzen können, das seither ein Sitz im Exekutivkomitee für
eine weibliche Abgeordnete freigehalten werden muss. Die Strategie, die die
Frauenabteilung verfolgt, strebt die Behandlung von Fragen, die schwarze Frauen
und MigrantInnen betreffen, unter Stichworte von zentraler Bedeutung wie Bildungswesen
oder Arbeitspolitik an, um von der Ansicht wegzukommen, dass schwarze Frauen
und MigrantInnen ein 'Problem' darstellten und um die positiven Aspekte hervorzuheben,
für die uns der Rassismus blind macht.
WITEC
Adresse: Sekretariat, Sheffield Hallam Universität
Heriot House, City Campus, Sheffield S1 1WB, GB
tel. 44-114-253 2041
Fax 44-114-253 2046
email: witec@shu.ac.uk
WITEC bedeutet Frauen in der Technik in der Europäischen Gemeinschaft.
Es stellt ein europaweites Netzwerk von Universitäten, Unternehmen, anderen
Organisationen und Einzelpersonen dar, die sich für die Motivierung, die
Weiterbildung und die Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft, der
Technik und dem Ingenieurwesen einsetzen. Das Sekretariat von WITEC befindet
sich in Sheffield, England und bezieht den Hauptteil seiner Finanzierung von
dem COMETT-Programm der EU, von weiteren EU-Programmen und von Mitgliedsbeiträgen.
WITEC ist die einzige von mehr als 200 Ausbildungspartnerschaften (UETP) zwischen
Universitäten und Unternehmen, die sich ausdrücklich für Chancengleichheit
einsetzt, indem sie sich darum bemüht, mehr Frauen für eine fortgeschrittene
technische Ausbildung zu gewinnen. Dieses Netzwerk ist sehr weitverbreitet und
auch gut organisiert. Es bietet seinen Mitgliedern viele Dienstleistungen an.
Es stellt beispielsweise Informationen über alle europäischen Programme
zur Verfügung, die Frauen in der Naturwissenschaft betreffen. Was Forschungsstipendien
angeht, geniesst WITEC in Brüssel ein hohes Profil. Es gibt über Finanzierungsquellen
für Forschung und Ausbildung Auskunft, subventioniert Ausbildungskurse
und hilft sowohl bei der Organisation wie bei der Finanzierung vom Personalaustausch.
CREW
Adresse: Rue Capouillet, Postkasten 21, B 1060 Brüssel
tel. 32-2-534 9085
Fax 32-2-534 8134
email: crew@mcr1.geonet.de
CREW bedeutet Zentrum für europäische Frauenforschung. Das Zentrum
wurde im Jahr 1980 von neun Frauen aus verschiedenen Mitgliedsstaaten der EU
gegründet. CREW verfügt über breite Sachkenntnisse in allen Aspekten
der Chancengleichheit, der Ausbildung und der Unternehmensbildung. Es arbeitet
als unabhängiges Beratungsbüro, Forschungs- und Informationszentrum,
das sich auf die Ausbildung und Handhabung von Menschenkapital in der EU spezialisiert.
CREW wurde in erster Instanz aus dem Bedürfnis gegründet, grösseren
Zugang zu Informationen über die Politik der Chancengleichheit zu erlangen,
die in Brüssel formuliert und angenommen worden ist und sich auf das Leben
von Frauen in ganz Europa auswirkt. Zielgruppe seines öffentlichen Wirkens
war von Anfang an ParteiideologInnen, Institutionen, Arbeitgeber und Frauengruppen,
die es mit Information beliefert und auch über die Jahre durch seine Aktivitäten
und Veröffentlichungen beeinflusst hat. CREW gibt monatlich einen CREW-Bericht
aus, der einen Überblick über die Entwicklung der EU-Politik in Sachen
Chancengleichheit, Sozialpolitik, Beschäftigungspolitik und Ausbildung
beinhaltet.
Das Europäische Forum linkseingestellter FeministInnen
Adresse: Koordination: Jane Pillinger
Northern College, Wentworth Castle
Stainborough, Barnsley S75 3ET, England
Das Europäische Forum linker FeministInnen (EFLF) ist ein Netzwerk einzelner
FrauenforscherInnen und BasisfeministInnen aus der Mehrzahl der europäischen
Länder, die durch eine Adressliste und einen gelegentlichen Rundbrief lose
miteinander verbunden sind. Das Netzwerk organisert jährliche Konferenzen,
die in verschiedenen europäischen Städten stattfinden. EFLF engagiert
sich für die volle Beteiligung von schwarzen Frauen, Frauen aus ethnischen
Minderheiten und MigrantInnen in Europa und bemüht sich um Kontakte zu
Frauen aus anderen Weltteilen. Einige Frauen aus ethnischen Minderheiten waren
von Anfang an mit dabei, und das Forum kümmert sich weiter darum, Beziehungen
zu anderen solchen Frauen herzustellen und die speziellen Bedürfnisse und
Sorgen von schwarzen Frauen und MigrantInnen anzuerkennen. Das EFLF zusammen
mit den HerausgeberInnen Helma Lutz, Ann Phoenix und Nira Yuval-Davis hat im
Jahr 1995 das Buch Crossfires: Gender, Nationalism and Racism in Europe (Kreuzfeuer:
Geschlecht, Nationalismus und Rassismus in Europa) veröffentlicht.
Verband der Frauenforschungsinstitutionen in Europa (AOIFE) und das
thematische Netzwerk Sokrates
Adresse: Zentrum für das Studium von Geschlechtsfragen und vom Bildungswesen
Universität Limerick, Plassey, Limerick, Ireland
tel. 353-61-202 630
Fax 353-61-202 572
email: Dearbhal.nicharthaigh@ul.ie
Anträge für ein sogenanntes thematisches Netzwerk, das Fachbereiche
und Institute innerhalb einer Fachrichtung zusammenbringt, dürfen im Rahmen
des neuen Sokrates-Programms für höhere Bildung (1995-1999) eingereicht
werden. Solche Netzwerke stellen Universitätsprogramme für Zusammenarbeit
dar, die den Zweck haben, in Fragen von gemeinsamem Interesse eine europäische
Dimension auszuarbeiten. Diese Zusammenarbeitet erstreckt sich über gemeinsame
Aktivitäten im Bereich der Lehrstoffausarbeitung, der Forschung zu Bildungsfragen,
Unterrichtsmethodologien und Bildungspolitik. Eine solche 'Frage gemeinsamen
Interesses' ist der Bereich der Frauenforschung/feministischer Forschung/Forschung
zu Geschlechterfragen, für die die Bildung eines solchen thematischen Netzwerkes
innerhalb der zweiten Phase im Jahre 1997 beantragt wird.
Unter den Bedingungen, die vom DG XXII für die Einreichung eines Antrags
in Sachen thematisches Netzwerk in der Frauenforschung gesetzt worden sind,
stand die Forderung nach einer europaweiten institutionellen Struktur in diesem
Forschungsbereich. Demzufolge wurde im November 1996 im Rahmen einer Konferenz
in Irland der Verband der Frauenforschungsinstitutionen in Europa (AOIFE) ins
Leben gerufen.
AOIFE wird sich auf europäische Aktivitäten auf institutioneller Ebene
konzentrieren, um europaweite Beziehungen zwischen Fachbereichen und Instituten
für Frauenforschung/feministische Forschung/Geschlechterforschung herstellen
zu können. Die Existenz von AOIFE und das erstrebte thematische Netzwerk
werden hoffentlich auch Projekten in der Frauenforschung den Zugang zu finanzieller
Unterstützung durch DG XII (Wissenschaft, Forschung und Ausbildung) erleichtern.
Das Europäische Netzwerk für Frauenforschung
Adresse: Koordination: Frau Dr. Margaret Fine-Davis, Zentrum für Frauenforschung
Annex Trinity College, University of Dublin, 4 Lr. Hatch Street, IRL-Dublin
2
tel. 353-1-608 2265
Fax 353-1-608 3997
Das Europäische Netzwerk für Frauenforschung (ENWS) erzielt wissenschaftliche
und technische Zusammenarbeit mit drei Hauptzielen: die Förderung und Unterstützung
von Frauenforschungsprojekten; die Einbeziehung der Ergebnisse dieser Forschungsprojekte
in die postgraduale Ausbildung innerhalb der Frauenforschung; und die Anwendung
der Ergebnisse von Frauenforschungsprojekten auf die Formulierung der Politik
in allen Gesellschaftsbereichen. ENWS hält gute Bezieuhungen zum Europa-Rat
aufrecht und hat im Mai 1995 mit ihm eine gemeinsame Konferenz unter dem Titel
Frauenspezifische Ansätze in Krisensituationen: die Wirklichkeit von Frauen
organisiert.
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